top of page

Bio Suisse vs. IP-SUISSE: Nachhaltigkeits-Labels im Vergleich

Wer beim Fleischkauf auf Nachhaltigkeit achtet, begegnet in der Schweiz zwei starken Labels: Bio Suisse und IP-SUISSE. Beide setzen sich für eine tierfreundliche, umweltschonende und sozial faire Landwirtschaft ein – doch es gibt Unterschiede. In diesem Beitrag vergleichen wir die beiden Label-Richtlinien in vier zentralen Bereichen: Tierwohl, Biodiversität, Klimaschutz und Soziales.


🐄 Tierwohl: Strenge Standards bei beiden Labels

  • Bio Suisse verlangt, dass Tiere auf besonders natürliche Weise gehalten werden. Sie müssen regelmässig Auslauf haben (RAUS), auf Stroh liegen (BTS), und dürfen ausschliesslich biologisches Futter erhalten – meist vom eigenen Hof. Enthornung ist nur unter strengen Bedingungen erlaubt, und es gelten hohe Anforderungen an die Gruppengrösse, Platzverhältnisse und Transportdauer .

  • IP-SUISSE verlangt ebenfalls RAUS und BTS und orientiert sich stark an den Tierschutz-Kontrollhandbüchern. Auch hier wird Wert auf Stroh, Platz und gute Betreuung gelegt. Im Gegensatz zu Bio ist konventionelles Futter zugelassen – gentechnikfrei, aber nicht zwingend biologisch.

🟢 Fazit: Bio Suisse geht beim Futter und bei Medikamenten noch konsequenter vor, IP-SUISSE setzt auf hohe Standards mit etwas mehr Flexibilität.


🌻 Biodiversität: Punkte sammeln für Artenvielfalt

  • Bio Suisse verlangt konkrete Massnahmen zur Förderung der Biodiversität. Dazu gehören artenreiche Wiesen, Hecken, Buntbrachen oder das Fördern von Nützlingen. Mindestens 7% der Fläche müssen Biodiversitätsförderflächen sein .

  • IP-SUISSE arbeitet mit einem Punktesystem, das Biodiversitätsleistungen bewertet. Es gibt Pflicht- und Wahlmassnahmen, z. B. Asthaufen, Nisthilfen oder extensive Wiesen. Der Betrieb muss eine gewisse Punktzahl erreichen .

🟢 Fazit: Beide Labels fördern aktiv die Biodiversität, Bio Suisse mit fixen Flächenvorgaben, IP-SUISSE mit einem flexibleren, aber streng kontrollierten Punktesystem.


🌍 Klima: Ressourcenschutz und Kreislaufdenken

  • Bio Suisse setzt auf geschlossene Kreisläufe: Futter vom eigenen Hof, möglichst wenig Zukauf, kein Flugfutter, kein synthetischer Stickstoff. Das reduziert den CO₂-Fussabdruck und fördert Bodenfruchtbarkeit .

  • IP-SUISSE integriert den Klimaschutz in sein Punktesystem: Reduktion von Lachgas- und Methanemissionen, Humusaufbau, Futteroptimierung oder Photovoltaik-Anlagen zählen als Massnahmen .

🟢 Fazit: Beide Labels engagieren sich fürs Klima – Bio Suisse über konsequente Kreisläufe, IP-SUISSE über Massnahmenvielfalt mit messbarem Fortschritt.


👩‍🌾 Soziales: Fairness für Mensch und Tier

  • Bio Suisse schreibt explizit faire Arbeitsbedingungen, Gleichstellung und soziale Absicherung für Mitarbeitende vor. Auch internationale Partnerschaften (z. B. bei Importprodukten) müssen sozial fair sein (Bio Suisse Sozialstandards) .

  • IP-SUISSE verlangt für alle Arbeitskräfte geregelte Arbeitsverträge, faire Löhne, Sozialversicherungen und sichere Unterkünfte. Zusätzlich wird der respektvolle Umgang mit Nachbarschaft und Gemeinschaft betont .

🟢 Fazit: Beide Labels legen grossen Wert auf soziale Verantwortung. Bio Suisse ist international stärker reguliert, IP-SUISSE konkretisiert die Anforderungen auf Betriebsebene.

 
 
 

Kommentare


Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Bitte den Website-Eigentümer für weitere Infos kontaktieren.
bottom of page